Das offene Geheimnis: Der Hund im Bett

Das offene Geheimnis: Der Hund im Bett – Hunde-Freunde.com

Warum haben Physiotherapeuten so großen Zulauf von Rückenpatienten, fragt man sich vielleicht, wenn man erst in weiter Ferne einen freien Termin angeboten bekommt. Sind das etwa alles Menschen, die ihr Bett mit dem Hund teilen müssen? Soweit mag man ja nicht spekulieren, aber ob der Hund auf das Bett oder sogar ins Bett darf, ist eine echte Grundsatzfrage, an der sich die Geister scheiden.

Ein Einzelfall?

Ganz und gar nicht. Hundehalter stehen selten offen dazu, dass sie die Nächte zusammen mit dem Vierbeiner verbringen. Umfragen in den USA und eines renommierten Marktforschungsinstitutes in Nürnberg ergaben, dass jeder 2. Hund regelmäßig im Bett schläft, bei kleinen Rassen sind es sogar über 60%. Weiter ergab die Umfrage, das meist Frauen ihre Vorteile daraus ziehen: Zum einen gefällt der interaktive Kuschelfaktor und zum anderen ist das Problem kalter Füße perfekt gelöst, wenn es keinen menschlichen Mitschläfer gibt. Spaß beiseite, wie sieht es mit den Risiken aus?

Ja, wenn…

Es liegt in der Hand des Halters, mittels innerer und äußerlicher Pflege gesundheitliche Risiken, die vom Hund ausgehen können, so weit wie möglich auszuschließen. Der gute Gesundheitszustand mit den vorgeschriebenen Impfungen, Kontrolle auf Würmer und bei Bedarf angewendete Flohmittel bringen weitgehende Sicherheit. Krankmachende Keime gibt es überall, wenn man beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, ist die Infektionsgefahr weit größer. Das tägliche Bürsten ist eine selbstverständliche Hygienemaßnahme, um eventuell vorhandene Zecken abzusammeln und außerdem möchten Kontaktschläfer bei aller Liebe bestimmt nicht irgendwann in einer Hundehaardecke schlafen. Viele Menschen fühlen sich einfach behaglicher und sicherer, mit dem Tier in unmittelbarer Nähe zu schlafen – und auch Hunde lieben als Rudeltiere das enge Beisammensein. Schlaflosigkeit bessert sich in vielen Fällen durch das regelmäßige Atmengeräusch des Vierbeiners an der Seite.

Dann sollte der Hund ausquartiert werden

Vorsicht ist geboten bei Tieren unbekannter Herkunft, die beispielsweise aus Süd- oder Osteuropa adoptiert wurden. Sogenannte Mittelmeerkrankheiten haben eine lange Inkubationszeit. Auf tierische Mitschläfer verzichten sollten Allergiker. Des Weiteren ist ein nicht unbeträchtlicher Faktor die Toleranz des Partners. Fühlt sich Mann oder Frau nicht wohl, muss der Hund unbedingt zurück ins Körbchen oder schlimmstenfalls zerbricht die Lebensgemeinschaft daran. Sind sich beide Partner einig, kann es ebenso vorkommen, dass der Hund aggressiv und eifersüchtig reagiert, weil er Herrchen oder Frauchen beschützen möchte. Das passiert vor allem, wenn der Hund in der Mitte schläft – ein absolutes No-go.

Damit wären wir beim Thema „Dominanz“

Dazu kann man generell sagen, dass Hunde von Natur aus ihren Menschen nicht dominieren wollen. Der erhöhte Schlafplatz soll einer fragwürdigen These nach das Sinnbild der Vorherschaft darstellen, ob es nun der Alpha-Rüde im Wolfsrudel allein für sich beansprucht, oder in der modernen Zeit der haustierhaltende Mensch in seinem Bett. Treten Probleme im Schlafzimmer auf, so stimmt die Hund-Mensch-Beziehung nicht. Unerwünschtes Verhalten tritt als Resultat mehrerer Faktoren zutage. Die Ursache liegt meist in der Orientierungslosigkeit des Hundes, der von seinem Menschen keine eindeutigen Verhaltensregeln bekommt. Es entsteht Stress auf beiden Seiten, wenn der Hund die Grenzen sucht, die ihm ja nicht gesetzt wurden. Um sich anzupassen, braucht er einen festen Rahmen und eine klare Struktur. Normalerweise respektiert der Hund das Bett. Versucht er diesen Logenplatz jedoch zu verteidigen, wird es höchste Zeit, den Vierbeiner daran zu erinnern, wer das Sagen hat.

Darum lieben Hunde Betten

Ein weiches, warmes Lager, das intensiv nach Mensch duftet, ist das Schönste für den Hund. Natürlich hat ein Tier auch das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit. Beneidenswert, Hunde fallen fast unvermittelt in Tiefschlaf, Menschen tun sich da schwerer. Vor allem, wenn je nach Rasse lautes Schnarchen, befreiende Blähungen und tödlicher Maulgeruch die tierische Auszeit begleiten. Dazu gesellt sich manchmal ein ähnlich aufreibendes Schlafverhalten wie bei einem Kleinkind, das sich in der Traumphase um die eigene Achse dreht, mit den Gliedmaßen fuchtelt und anscheinend nie die richtige Schlafposition findet. So kann der Pinscherwelpe durchaus soviel Platz wie ein ausgewachsener Bobtail beanspruchen und Frauchens Arbeitskollegen fragen besorgt, woher die tiefen Augenringe kommen. Der Termin für die Rückenschule geht dann auch klar und der Physiotherapeut wird auf seine Frage, welche Ursache die Beschwerden wohl hätten, keine Antwort bekommen.

Strategien zum Abgewöhnen

Die hier genannten Tipps fruchten nach einer gewissen Zeit. Einmal verinnerlicht wird der Hund wohl keinen Versuch mehr starten, das Bett zu beanspruchen.

Konsequenz

Eine sichere Orientierung von Anfang an ist der einzige Weg, der dauerhaft zum erwünschten Verhalten führt. Der Hund versteht es nicht, wenn er einmal etwas darf und das nächste Mal nicht.

Die passive Methode

Einfach die Schlafzimmertür tagsüber zu schließen, hat keinen Lerneffekt. Und wenn die Tür nachts zubleibt, wird der Hund fiepend davor sitzen und anfangen zu scharren oder größere Rassen versuchen, die Klinke zu öffnen. Effektiver ist es, das Bett ungemütlich machen: Im Baumarkt eine 3×4 m große Abdeckplane kaufen und als glatte, knisternde Tagesdecke aufs Bett zu legen, verspricht Erfolg.

Üben

Steht das Hundebett sowieso schon im Schlafzimmer, übt man mit dem Hund solange, bis er keine Anstalten mehr macht, sich ins Bett zu schleichen. Die Bettsituation kann man ebenso am Tage herausfordern , indem man sich mit dem Laptop oder einer Zeitschrift aufs Bett legt. Will sich der Hund dazugesellen, unterbindet man gleich schon den Versuch und weist ihm sein Hundebett zu. Springt er hoch, schubst man ihn jedesmal richtig unsanft heraus, bis er freiwillig aufhört. Bleibt er an seinem Schlafplatz, hat er sich ein dickes Lob und ein Leckerli verdient.

Die aktive Methode

Schleicht sich der Hund nachts an, dreht man den Spieß einfach herum und stört SEINE Ruhe, bis er entnervt das Weite sucht: Von links nach rechts wälzen, die Decke ziehen, quer liegen, sich breit machen und ihn unsanft herausdrängeln, die Beine auf ihm ablegen, strampeln…

Mit Nichtbeachtung strafen

Dem Hund bringt man zuerst spielerisch bei, auf Kommando sein Hundebett zu verlassen. Nur auf dem Boden schenkt man ihm Beachtung, lobt ihn sehr und gibt vielleicht noch eine Belohnung. Genau so verfährt man, wenn er auf dem Bett seines Menschen sitzt. Nichtbeachtung trifft den Hund mehr als Schimpfen. Regen sich Herrchen oder Frauchen jedesmal fürchterlich auf, wird es nämlich schnell zum Lieblingsspiel des Hundes.

Noch eine Idee

Dieses hier probiert man am besten im Urlaub oder zumindest am Wochenende aus. Steht das Körbchen samt Wassernapf neben dem Bett, wird der Hund ans Bettbein angeleint. Wenn er weint, kann man anfangs auf dem Bauch schlafen und einen Arm zu ihm herunterhängen lassen. Nach einigen anstrengenden Nächten kehrt Ruhe ein.

Bild: © Depositphotos.com / vitalytitov

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