Australian Shepherd

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Der Australian Shepherd ist ein überaus aktiver, schneller und intelligenter Hund. Zukünftige Halter sollten sich bereits vor der Anschaffung klar machen, dass ihm Bewachen und Hüten im Blut liegen. Ist keine Schafherde zur Stelle, wird dieser treue Begleiter mit den charismatischen Augen dank regelmäßiger, anspruchvoller Beschäftigung zu einem ausgeglichenen und freundlichen Familienmitglied.

Die Herkunft des Australian Shepherd

Der Aussie, wie der Australian Shepherd umgangssprachlich liebevoll genannt wird, ist eine amerikanische Züchtung und keine australische, wie man annehmen könnte. Sein Name lehnt sich an die Einwanderung baskischer Schäfer an, die vormals nach Australien exportierte Merino-Schafe zurück nach Amerika brachten. Die Herden der sogenannten Australian Sheeps wurden von wachsamen, arbeitsfreudigen Helfern begleitet, den Australian Shepherd Hunden.

Eine junge Hunderasse

Der Australian Shepherd Club of America (ASCA) begann in Arizona 1957 mit der Zucht der damals neuen Rasse, 1966 wurde mit der International Australian Shepherd Association (IASA) gegründet. Der Rassestandard des ASCA ist 1977 in Kraft getreten. Beide Vereine schlossen sich 1980 zusammen und sind seitdem der größte Rasse-Club Nordamerikas. Ein weiterer Zuchtverein mit Namen American Kennel Club (AKC) kam Anfang der 90er Jahre dazu. Diese Vereinigung setzte 1993 ebenfalls einen eigenen Rassestandard fest. Seit den 1970er Jahren findet diese Hunderasse in Europa immer mehr Liebhaber. Nach dem Regelement des größten internationalen Dachverbandes für Hundezucht Fédération Cynologique Internationale (FCI) wird der Australian Shepherd seit 1996 als eigenständige Rasse geführt.

Der Miniature Australian Shepherd

Hierbei handelt es sich um die Mini-Ausgabe des Australian Shepherd, welche allerdings vom FCI noch nicht als Rasse anerkannt ist. Die kleineren Hunde, auch Miniature American Shepherd genannt, kamen schon immer vereinzelt in den Würfen vor. Aufgrund der Nachfrage von Farmern und Privatleuten entstand dahin gehend parallel zu den größeren Tieren eine eigene Zuchtlinie. Sie unterscheidet sich allein durch ihre kleinere Konstitution, wobei der Charakter und die Fellfarben identisch sind. Die Hunde werden in den USA seit den 80er Jahren in zwei besonderen Registern erfasst, dem Miniature American Shepherd Club of the USA (MASCUSA) und dem The Miniature Australian Shepherd Club of America (MASCA). Auch in Deutschland gibt es seit 2005 einen Zuchtverein in Mönchengladbach namens Erster Mini Australian Shepherd Club Deutschland (EMASCD).

Körperbau und Haarkleid

Der Körperbau ist mittelgroß mit kräftigem Hals, guter Brusttiefe und gerader Rückenlinie. Je nach Fellfabe kann die Nase braun oder schwarz pigmentiert sein. Die mandelförmigen Augen sind blau, bernsteinfarbig, braun oder kommen in Kombinationen und Variationen vor. Hoch angesetzte, mäßig großen Ohren sind von dreieckiger Form und sollten sich bei Aufmerksamkeit nach vorn richten. Hänge- oder Stehohren zählen im Rassestandard als schwere Fehler. Der Kopf erscheint ebenso lang wie breit, ist aber fein gezeichnet. Die Rute ist im Normalfall gerade und lang, aber es kommen auch angeborene Stummelruten vor. Der Australian Shepherd bewegt sich auf geraden, kräftigen Beinen mit kompakten, ovalen Pfoten.
Die Grundfarben des Haarkleides sind Black, Red, Red-Merle (beige bis hellrote Grundfarbe mit marmoriertem Rot/Braun) und Blue-Merle (graue Grundfarbe mit marmoriertem Schwarz). Zusammen mit kupferfarbenen und weißen Akzenten ergeben sich daraus 16 Farbstellungen. Das Fell ist an den Ohren, am Kopf und an den Vorderseiten der vorderen Beine kurz, am Körper weist es halblanges Haar mit wetterdichter Unterwolle auf.

Der Charakter des Australian Shepherd

Dieser Hund braucht intensive körperliche und geistige Beschäftigung. Er ist daher nur Haltern zu empfehlen, die genügend Zeit und Platz zur Verfügung haben, um den hochaktiven Aussi in jeder Hinsicht ausreichend zu fordern. Aufgrund seiner enormen Energie und hoher Intelligenz wird er einerseits von Rettungsdiensten und Behörden zum Arbeits- und Wachhund ausgebildet, andererseits ist der Australian Shepherd ein sanftmütiger und liebevoller Familienhund. Sportarten wie Agility, Obedience oder Frisbee fangen sollten sich mit mentalen Aufgaben wie Mantrailing oder Such- und Nasenspielen abwechseln, da ansonsten der Australian Shepherd immer mehr Power aufbaut, die den Halter irgendwann überfordern wird. Zwischenzeitliche Ruhepausen einzuhalten ist daneben ein wichtiger Punkt im Wochenplan, der auch erst einmal erlernt werden muss. Weniger, aber dafür anspruchsvolle Beschäftigung fördert langfristig Zufriedenheit sowie das harmonische Zusammenleben von Mensch und Hund.

Die Gesundheit

Als rassespezifische Erkrankung kann der MDR1-Defekt auftreten. Als Folge eines vererbten Gendefekts zeigen sich bei der Anwendung bestimmter Arzneimittel wie Flohhalsbänder, Zecken Spot-on, Wurmkuren, Antibiotika oder Durchfallmitteln schwere Vergiftungserscheinungen. Daneben kommen Ellbogen und Hüftgelenksdysplasie (ED, HD), Gebissfehler und Herzprobleme vor. Der Boom um den Australian Shepherd brachte die aufgehellte Fellfarbe Merle in Mode. Dabei werden zwei Träger des Merle-Gens verpaart, deren reinerbiger Nachwuchs als Folge des züchterisch herbeigeführten Albinismus Blindheit, Taubheit oder Missbildungen davonträgt. Die Lebenserwartung ist gering. Diese Manipulation des Erbgutes wird als Qualzucht bezeichnet und ist in Deutschland verboten. Vom Kauf dieser Tiere ist dringend abzuraten.

Der Australian Shepherd im Überblick

  • Herkunft: Nordamerika
  • FCI Rasse-Standard 342, Gruppe 1, Sektion 1: Hütehunde, Schäferhunde, Treibhunde
  • Größe: mittelgroß
  • Widerristhöhe: Rüde 51 – 59 cm, Hündin 46 – 54 cm
  • Gewicht: 13 – 28 kg je nach Größe
  • Fellfarbe: Grundfarben Black, Blue Merle, Red, Red Merle, Abzeichen in Weiß u. Kupfer
  • Augenfarben: Bernstein – Dunkelbraun, Amber (Bernstein-Grün-Gelb), Blue
  • Einsatz: Wachhund, Hütehund, Drogenspürhund, Rettungshund, Therapiehund
  • Charakter: intelligent, wachsam, familienfreundlich, arbeitsfreudig
  • Gesundheitsrisiken: Hüftgelenke (HD), Ellbogen (ED), MDR1-Defekt, Gebissfehler
  • Lebenserwartung: ca. 12-15 Jahre

Bild: © Depositphotos.com / ivonnewierink

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