Basenji – Hunde-Freunde.com

Der Basenji braucht einen Menschen mit viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Erfahrung, der den goldenen Mittelweg findet zwischen den Bedürfnissen und konsequenten Regeln für den Hund. Es sollte Klarheit in der häuslichen Rangordnung geben, da der Basenji noch viel seiner urtümlichen Verhaltensweisen aus seiner afrikanischen Heimat innehat. Anerkennung und Vertrauen sind die Schlüssel, das wilde Herz dieser außergewöhnlichen Rasse zu gewinnen.

Die Herkunft des Basenji

Der genaue Ursprung der Basenjis ist weitgehend unbekannt. Es wird vermutet, dass er mit der Einwanderung asiatischer Nomaden über das Nildelta flussaufwärts ins Innere Afrikas mitgekommen ist und bei den Menschen blieb, als sie sich mit ihren Viehherden in Zentralafrika niederließen. Durch ihren isolierten Lebensraum und den harten Bedingungen kam es kaum zu Vermischung mit anderen Rassen, sodass er bis heute dem Urtyp entspricht. Später, ab der ersten Hälfte des Jahres 3000 vor Christi, werden ab der vierten und fünften altägyptischen Dynastie hochläufige Caniden mit Stehohren und eingeringeltem Schwanz auf Grabinschriften dargestellt, die als sogenannte Pharaonenhunde, Tesem, bekannt sind – so findet man auf der bekannten Cheops-Pyramide entsprechende Abbilder.
Pariahunde lebten in ganz Zentralafrika im Umfeld von Siedlungen, wo sie sich von den Abfällen der Dorfbewohner ernährten, gefüttert wurden sie kaum. Wenn doch, stand meist die Absicht dahinter, die Hunde zwecks Bereicherung des Speiseplans zu vermehren. Der Basenji stammt wahrscheinlich von dem domestiziert Shensi ab, die anders wie die Pariahunde, einen Herrn hatten. Aber auch der äthiopische Wolf könnte seinen Teil dazu beigetragen haben. Es existieren frühzeitliche Felsenzeichnungen in Nordafrika, beispielsweise wie im Gebiet des lybischen Wadis Teshouinat. Die direkten Vorfahren des Basenji lebten vorwiegend im Ituri-Regenwald im Gebiet des heutigen Kongo.

Die Bedeutung des Namens

In der Sprache der Pygmäen aus dem Kongo-Regenwald wird die Rasse Basenji genannt, ausgesprochen Basenschi = kleines Busch Ding. Doch es gibt noch weitere Bezeichnungen und Abwandlungen in anderen Sprachen. „Ba“ = Ding, „Senji“ = wild, heißt es auf Kisuaheli, bei den Ägyptern „Khufu-Dog“ und „König-Suphis-Rasse“. In den Nachbarländern sprach man vom „Zande-Dog“, „Nyam-Nyam“, „Ubangi“ oder „Bongo“. Dazu gesellten sich bei der Kolonialisierung zahlreiche Synonyme wie Kongo-Terrier, African Bush-Dog oder Der Urhund aus Afrika. Die Geschichte der Namensgebung geht auf die Bantu-Stämme zurück, die im Laufe der Islamisierung im 7. Jahrhundert nach Christus die arabisch-persische Sprache übernahmen. Wichtig ist der Wortteil „senji“ . Es wird von der arabischen Wurzel „shenzi“ abgeleitet und bedeutet „unzivilisiert“. Das haben die Swahili anscheinend mit dem persischen „zenji“ verwechselt, sie dachten es heißt „Hund“ (Persisch und Arabisch sind ähnlich wie Deutsch und Holländisch). Die richtige arabische Übersetzung wäre allerdings „shenji“ = Falten. Das arabische Schriftzeichen sieht aus die der Hundekopf „Khafre“, was den Beschützer, einer der alle anderen besiegt, bedeutet. „Khufu-Dog“ ist eine weitere Abwandlung, die „Wissen“ und „Stille“ assoziiert.

Die Entdeckung und Beginn der Zucht

Der deutsche Afrikaforscher Dr. Georg Schweinfurth entdeckte im Gebiet vom Kongo/Nord-Sudan auf seiner 3. Expedition Basenjis, die bei dem Stamm der Azande (Zande-Hund), auch Niam-Niam genannt, als Jagdhelfer eingesetzt wurden. Sein Bericht ist sozusagen die erste Rassebeschreibung und er fügt hinzu, dass die Jäger ihrem Hund eine Holzglocke am Halsband befestigten, damit sie im Dickicht den Standort ausmachen konnten. Schweinfurth war so angetan von den Hunden, dass er ein Exemplar nach Europa mitnehmen wollte. Die Rückreise endete jedoch tragisch, da die Hündin, vielleicht aus Panik, in Alexandria aus einem Hotelfenster flüchten wollte und zu Tode stürzte. Dieses Ereignis weckte die Neugier der Europäer bezüglich der unbekannten Rasse. 1882 findet der Brite Sir Harry Hamilton Johnston im Kongo ähnliche Hunde, im Jahr 1894 wird die erste Beschreibung in Europa veröffentlicht, jedoch noch nicht als eigene Rasse. Im Jahr darauf sind erste Basenjis in London, später auch in anderen europäischen Zoologischen Gärten zu sehen. Im Naturhistorischen Museum New York wird 1912 ein ausgestopfter Basenji ausgestellt. Unter großen Schwierigkeiten begann die Zucht in den 1930er Jahren in Großbritannien, 1937 importierte und etablierte Mrs. Olivia Burns die Rasse Basenji und 1939 gründete sich der erste britische Basenji-Club. Der erste Standard wurde festgelegt und die Anerkennung als Rasse folgte. In Deutschland gründete Frau Berta Burkert in München am 7.7.77 den ersten deutschen Club in München und begann mit der Zucht.

Die einzigartige Stimme

Der Basenji bellt nicht, wie man es von Hunden kennt, aber stumm ist er keinesfalls! Er kommuniziert mit Artgenossen und Menschen in einer Vielzahl von Lautäußerungen, begleitet von eindeutiger Körpersprache. Einzigartig ist sein „Jodeln“, dass er im Rudel erlernt und es für verschiedene Wünsche, Aufmerksamkeit, als Spielaufforderung oder als Begrüßung einsetzt. Mit variierenden Jodellauten zeigt er Freude, Zufriedenheit oder wenn er mürrisch oder unglücklich ist. Ist eine läufige Hündin in der Nähe, fällt das Jodeln besonders laut und anhaltend aus, nicht immer zur Freude der Nachbarn. Bei Junghunden hört man öfters ein kurzes Wuff, wenn sie sich erschrecken, ein kehliges Knurren hat die gleiche Bedeutung wie bei allen Hunden: Alarm, Vorsicht, Angst – besonders mit aufgestellten Rückenhaaren, er will in Ruhe gelassen werden. Hält das Knurren länger an, schnappt er sogar zu, ist der Hund vielleicht krank und hat Schmerzen.

Körperbau und Haarkleid

Die Kopfform ist eher flach, dabei gut ausgeformt mit schwach ausgeprägtem Stopp. Recht hoch angesetzte, aufrecht getragene Ohren sind von feinem Leder und die Muschel leicht kapuzenförmig gewölbt. Die Ohrenspitzen liegen etwas zur Kopfmitte hin versetzt und beim Aufstellen der sehr beweglichen Ohren bilden sich die charakteristischen rautenförmigen Stirnfalten. Die dunklen, schräg liegenden und mandelförmigen Augen blicken unergründlich in die Ferne, scheint es. Die schmalen Wangen, der kräftige Kiefer und der Fang laufen auf den möglichst schwarzen Nasenschwamm spitz zu. Die Zähne bilden ein vollständiges Scherengebiss. Von guter Länge, kräftig und geschwungen trägt der Hals den Kopf in hoch erhoben stolzer Haltung. Das Gebäude ist ausgewogen mit kurzem, geraden Rücken. Gut gewölbte, ovale Rippen mit tief reichendem Brustbein bilden mit dem aufgezogenen Bauch an der unteren Profillinie eine deutliche Taille. Die hoch angesetzte Rute wird einfach oder doppelt eingerollt seitlich auf einem Oberschenkel flach angelegt getragen. Es entsteht so der Eindruck einer besonders ausladenden Hinterhand. Die Vorderhand verläuft gerade und feinknochig, wobei der Unterarm sehr lang ausfällt. Kräftig und muskulös ist die Hinterhand, die Sprunggelenke sind tief angesetzt und es fehlt die Afterkralle. Die Pfoten sind klein und kompakt, als Besonderheit des Basenji sind die beiden mittleren Zehen im Ballen zusammengewachsen. Das kurze Haarkleid ist sehr fein, dicht und glänzend. Als Farbvarianten sieht der Standard vor: rot-weiß, rein schwarz und weiß, lohfarben-weiß, gestromt mit roter Grundfarbe und deutlich abgesetzten schwarzen Streifen. Die Rutenspitze, Brust, Pfoten müssen weiß sein. Eine Blesse, ein weißer Halsring oder weiße Läufe sind erlaubt.

Wesen und Charakter des Basenji

Basenjis sind als Hunde vom Urtyp unabhängig, sehr wachsam und selbstständig bis dickköpfig veranlagt, so wie es ihnen in der Heimat das Überleben sicherte. Diese Eigenschaft zeigt sich heute in einem großen Freiheitsdrang, sodass Gartenbesitzer nicht annehmen sollten, ein Jägerzaun wäre eine ausreichende Grenze. Die Rasse ist sehr aktiv, intelligent und jagt gerne: Hier müssen die Halter besonders aufpassen, da auch sich nähernde Autos als Beute angesehen werden. Bei Langeweile in der Wohungshaltung kann sich eine gewisse Unterforderung im Annagen von Möbeln oder Stromkabeln äußern, daher sollte schon dem Welpen vermittelt werden, was er darf und was nicht. Auf dem Spaziergang sollte man den Hund immer im Auge behalten, damit er nicht alles, was er am Wegesrand findet frisst – auch das ist ein Erbe seiner Vorfahren. Alles wird sofort vereinnahmt, Knochen verbuddeln kennt er nicht. Agility ist das Richtige oder das Herumtoben auf der Hundewiese, wobei er seinen hohen Bewegungsdrang abbauen kann. Um Wasser macht der Basenji eher einen Bogen, auch nasskalte Witterung, starker Wind und Frost werden als sehr unangenehm empfunden. Er liegt gern an sonnigen Plätzen, auch vor der Heizung, und putzt sich ausgiebig. Basenjis sind sehr reinlich und haben keinen typischen Hundegeruch. Sie eignen sich für die Wohnungshaltung, dort fühlen sie sich sicher. Angst vor Dunkelheit sitzt dem Basenji tief in den Genen, da dieser Zeitabschnitt früher in Afrika mit größter Gefahr verbunden war.

Die Gesundheit

Bei den vererblichen Krankheiten ist beim Basenji das Fanconi-Syndrom beobachtet worden. Dabei handelt es sich um eine Störung der Nierentätigkeit, die durch eine eiweiß- und phosphatreiche Ernährung behandelt werden kann. Als zweite Erbkrankheit kann die Progressive Retina Atrophie vorkommen, bei der die Netzhaut langsam abstirbt und am Ende zu Erblindung führt. Andere Erkrankungen wie Hüftdysplasie HD können durch Tests frühzeitig erkannt werden. Andere gesundheitliche Beeinträchtigungen haben oft ihren Ursprung in der Ernährung. Beispielsweise neigen Basenjis zu Übergewicht, das wiederum Bewegungs- und Stoffwechselstörungen nach sich ziehen kann.

Der Basenji im Überblick

  • Herkunft: Zentralafrika
  • Patronat: Großbritannien
  • FCI Standard Nr. 43, Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 6: Urtyp
  • Alternative Namen: Kongo Terrier
  • Widerristhöhe: Rüde ca. 43 cm , Hündin ca. 40 cm
  • Gewicht: ca. 11 kg, Hündin ca. 9,5 kg
  • Haarkleid: sehr fein, dicht, kurzhaarig
  • Fellfarbe: rein weiß und schwarz, rot-weiß, tricolor schwarz-weiß-rot, schwarz mit lohfarbenen Abzeichen, gestromt, Brust, Schwanzspitze, Pfoten müssen weiß sein.
  • Augen: mandelförmig,schräg liegend, dunkel
  • Ohren: aufrecht getragen, feinledrig, die Spitzen liegen mehr zur Kopfmitte
  • Körperbau: hochläufig, quadratisches Gebäude, anmutig wohlproportioniert
  • Einsatz: Jagdhund, Gesellschaftshund
  • Charakter: wachsam, unabhängig, reinlich, bellt nicht wie andere Hunde
  • Gesundheitsrisiken: Fanconi Syndrom, Progressive Retina Atrophie
  • Lebenserwartung: 12 – 16 Jahre

Bild: © Depositphotos.com / TatyanaBelka

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