Berner Sennenhund

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Der Berner Sennenhund ist ein gutmütiger und treuer Kamerad, der engen Familienanschluss zum Glücklichsein braucht. Besonders ansprechend ist sein glänzendes seidiges Fell, das in symmetrischer Dreifarbigkeit ein sehr harmonisches Gesamtbild vermittelt.

Die Herkunft der Berner Sennenhunde

Wie bei den meisten uralten Rassen gibt es auch für den Ursprung der Berner Sennenhunde unterschiedliche Theorien. Eine Version beruft sich auf Niederschriften aus der Zeit des Römischen Reiches. Beim Abzug sollen die Legionäre ihre mitgeführten Wachhunde in der Schweiz zurückgelassen haben, wo sich die Vorläufer des Berner Senn mit dort beheimateten Schäferhunden gekreuzt haben sollen. Eindeutige Nachweise hierzu gibt es allerdings nicht. Eine weitere Annahme weist auf eine Abstammung von der Tibetanischen Dogge hin. Auf 4000 v.Chr. datierte Knochenfunde belegt eine Domestizierung von Hunden im Schweizer Gebiet. Zwischen 1000 bis 600 v.Chr. erreichten sie bereits die Größe der heutigen Berner Sennenhunde, wie Schädelfunde in einer prähistorischen Pfahlbausiedlung aus der Bronzezeit am Zürichsee beweisen.

Der Dürrbächler

Die Heimat des Berner Sennenhundes ist das Voralpenland, insbesondere der Schweizer Kanton Bern. Im Laufe der Jahrhunderte züchteten Landwirte diese kräftige Rasse, um sie als Gebrauchshunde einzusetzen. Der Berner Sennenhund besitzt mit seiner Statur und guter Kondition eine vorzügliche Eignung zum Wachhund, als Treib- und Hütehund sowie als Gespannhund. Die kräftigen Vierbeiner zogen die mit Waren vollgeladenen Karren der Korbflechter und Bauern zum Marktplatz. Bildhübsche Exemplare mit dem typischen dreifarbigen Fell wurden besonders häufig in der Nähe des Gasthofes Dürrbach in Riggisbach im Kanton Bern gesehen, daher leitet sich der ursprüngliche Name „Dürrbächler“ ab. Aufgrund der rotbraunen Abzeichen über den Augen war die Rasse auch als „Vieräugler“ bekannt, wegen des weißen Abzeichens in der Gesichtsmitte war auch „Blässi“ geläufig. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden erstmals Berner Sennenhunde auf Ausstellungen vorgestellt und 1907 ein erster Zuchtverein gegründet, der Schweizer-Dürrbach-Club.

Vom Bauernhund zum Rassehund

Bereits drei Jahre nach Gründung des ersten Züchterclubs wurden 1910 bereits 107 reingezüchtete Hunde auf einer Ausstellung gezeigt, die dem neu angelegten Rassestandard entsprachen. Besitzer der Hunde waren weiterhin vorwiegend die Bauern aus dem Landstrich. Auch der einheitliche Name wurde nun offiziell festgelegt: Berner Sennenhund. Dies geschah in Angleichung an die drei verwandten Schweizer Hunderassen Entlebucher Sennenhund, Appenzeller Sennenhund und dem Großen Schweizer Sennenhund. Von da an begann die Verbreitung in Europa und 30 Jahre später eroberte der Berner Senn auch die USA als Familienhund, der ganz gerne das Haus bewacht aber weder aggressiv, angriffslustig noch ein Kläffer ist. Um 1949 wurde die Zucht durch Einkreuzen eines Neufundländers weiter verfeinert. Die neueste Linie wurde 1990 geschaffen. Sie heißt „Bulab“ und entstand aus der Verpaarung mit einem Labrador. In Deutschland sind zahlreiche Züchter über den Deutschen Club für Berner Sennenhunde e.V. organisiert, einem Mitglied des Dachverbandes VDH.

Körperbau und Haarkleid

Der Kopfform ist leicht gewölbt und das kräftige Gesamtformat wird durch den gut ausgeprägten Stopp und den mächtigen Fang mit Scherengebiss noch mehr betont. Die hoch angesetzten, spitz zulaufenden Hängeohren sind von mittlerer Größe. Bei Aufmerksamkeit wird der hintere Ohransatz angehoben, wobei der vordere Rand der Ohren dabei weiterhin anliegt. Mandelförmige, dunkelbraune Augen schauen treu und sanft, sie stehen weder vor noch liegen sie tief. Die Lider sollen gut anliegen, sonst zählt das als ein Fehler im Standard. Der Körperbau ist robust, weist stämmige Beine, eine gerade Rückenlinie und einen geräumigen Brustkorb auf. Der Bauch ist nicht hochgezogen und die Kruppe moderat gerundet. In Ruhephasen wird die buschige Rute gesenkt getragen, sie reicht bis zum Sprunggelenk. Das üppige Fell besteht aus glattem oder leicht gewelltem längerem Haar. Die drei Grundfarben sollten so weit wie möglich symmetrisch verteilt sein, um ein perfektes Gesamtbild zu vermitteln. Glänzendes Schwarz liegt die größte Farbfläche wie ein Mantel über dem Kopf, Hals, dem Rücken und der Rute. Die Läufe sind im oberen Bereich ebenfalls schwarz, es folgt ein sattes Braunrot, die Pfoten sind weiß. Braunrote Abzeichen an den Backen, über den Augen und an der seitlichen Brust sowie das weiße Brustkreuz und eine weiße Schwanzspitze komplettieren die schöne Zeichnung.

Der Charakter des Berner Sennenhundes

Der Berner Sennenhund ist wegen seines gutmütigen Wesens der beliebteste der vier Sennenhund-Rassen. Eine frühe Sozialisation, besonders in der 10. bis 12. Lebenswoche ist ausschlaggebend für das spätere Verhalten. Eine liebevolle, geduldige und konsequente Erziehung fördert die Selbstsicherheit des Hundes, gelingt das nicht, wird Dickköpfigkeit daraus. Dabei muss berücksichtigt werden, dass diese Rasse recht spät, etwa mit eineinhalb bis zwei Jahren zur Reife kommt. Der „Berner“ benötigt viel Bewegungsfreiheit, gleichzeitig aber sehr engen und ständigen Kontakt zu seinen Menschen. Alleingelassen im Hundehaus draußen verkümmert er seelisch. Vom Wesen ist er ruhig, doch gibt es Anlass dazu, kann er voll aufdrehen und zu einem wahren Temperamentbündel werden. Der Berner Sennenhund ist schnell, aber der kräftige Körper lässt nur kurze Ausdauer zu. Seine Stärken liegen in der Zugarbeit, als Fährten- oder Rettungshund. Fremden gegenüber ist er eher misstrauisch. Das Näherkommen sollte darum langsam vonstatten gehen, dass heißt, den Hund beim ersten Kontakt nicht gleich anzufassen.

Die Gesundheit

Die Haltung in einer geräumigen Etagenwohnung ist nur mit einem Aufzug zu befürworten, da diese große Hunderasse zu Gelenkproblemen an Hüfte und Ellbogen neigt. Das Treppensteigen könnte im fortgeschrittenen Alter mühselig und schmerzhaft werden. In hinblick darauf sollten Welpen zumindest bis zum Ende des Wachstums mit speziellem Futter für große Rassen gefüttert werden, dessen abgestimmte Zusammensetzung eine moderate Zunahme der Muskeln gewährleistet und somit die langsamer wachsenden Knochen entlastet und Spätschäden verringert. Eine rassespezifische Veranlagung zu verschiedenen Krebstumoren wird durch Vererbung weitergegeben, ebenso wie Nierenleiden. Eine Erkrankung des Rückenmarks, welche Lähmung der Hinterhand nach sich zieht, kann weitgehend durch einen DNA-Test der zu verpaarenden Hunde ausgeschlossen werden. Der Schweizer Sennenhundverein für Deutschland (SSV) dokumentiert über Generationen das Auftreten verschiedener rassespezifischer Erkrankungen, daher liegt der züchterische Schwerpunkt auf die Verlängerung der Lebensdauer. Für den Berner Sennenhund wurde 2009 ein neuer Zuchtwert für typisches Aussehen (phänotypisch) eingeführt, 2012 kam noch ein Zuchtwert, der die Erbanlagen betrifft (genotypisch) dazu.

Der Berner Sennenhund im Überblick

  • Herkunft: Schweiz
  • FCI Rasse-Standard-Nr. 149, Gruppe 2, Sektion 2: Molossoide, Doggenartige Hunde
  • Größe: mittel
  • Widerristhöhe: 30 – 41 cm
  • Gewicht: Rüden ca. 25 kg, Hündinnen ca. 23 kg
  • Fellfarbe: Rottöne, Braun, Falb, Weiß, gescheckt, gestromt
  • Augenfarben: Dunkelbraun
  • Einsatz: Begleit- und Familienhund
  • Charakter: zuverlässig, gemütlich, eigenwillig, liebesbedürftig
  • Gesundheitsrisiken: Hitzeempfindlichkeit, Atemprobleme, Augenerkrankungen, Hüftdysplasie (HD)
  • Lebenserwartung: ca. 8 – 10 Jahre

Bild: © Depositphotos.com / Photocreo

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