Deutscher Dackel

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Der Dackel wird auch Teckel oder Dachshund genannt, wobei alle drei Bezeichnungen richtig sind und die gleiche Hunderasse bezeichnen. Im Laufe der Jahrhunderte sind drei Varietäten entstanden, die es allesamt nicht nur zu größter Beliebtheit brachten, sondern sogar zu einem deutschen Markenzeichen avancieren: Der Dackel Waldi repräsentiert als Maskottchen die Olympiade 1972 in München und in der bekannten TV-Serie „Hausmeister Krause“ steht die Teckelei im honorigen Verein haushoch über allen anderen Dingen des Lebens.

Die Herkunft der Dackel

Altsteinzeitliche Darstellungen kurzläufiger Hunde mit Hängeohren und langen Körpern findet man an einer Höhlenwand im französischen Vence. Ein weiterer dackelähnlicher Hund zeigt eine altägyptische Skulptur Pharao Thutmosis´, dessen Regierungszeit um 1500 v.Chr. datiert wird. Beide Abbilder bieten Raum für Spekulationen, ob es sich bei den Hunden um eine Laune der Natur handelt oder ob tatsächlich so eine Rasse existierte. Genaue Hinweise zu den Vorläufern heutiger Dackel geben Manuskripte der griechischen Historiker Xenophon und Flavius Arranius. Dort werden die Segusen, der älteste gallischen Stamm und dessen Jagdhunde mit bemerkenswerten Nasen (canis segusius) erwähnt. Man geht davon aus, das Gallier, Kelten und Römer aus der Urform canis segusius zahlreiche andere Jagdhundarten entwickelten und über ganz Europa verbreiteten. Erste detaillierte Berichte über verschiedene Hundearten und Arten der Jagd beschreibt Gaston III, Graf von Foix um 1388 in seinem Buch „Le Miroir de Phébus des Deduitz de la Chasse des Bestes Sauvaiges et des Oyseaux de Proie„. Der Autor hebt die Bracken (chiens courants, Laufhunde) besonders hervor, da sie für die Parforce Jagd, die Treibjagd und die Jagd an der Leine gleichermaßen gut geeignet sind. Seit dem Mittelalter wird der Dackel als Jagdhund eingesetzt. Im 19. Jahrhundert fand die britische Königin Victoria Gefallen an dieser „anmutigen Wurst auf vier Beinen“, führte die Rasse ein und sorgte für großflächige Verbreitung auf der Insel. Um 1900 werden erste Dackel auf Ausstellungen in Frankreich vorgestellt, die allerdings kräftiger als die heutigen Hunde waren. Der erste Rassestandard erscheint 1925, eine Überarbeitung 1947 setzte das Gewicht aller Varietäten herunter.

Die Entwicklung in Deutschland

Um 1860 wächst in Wilhelm von Daacke, einem Förster aus Osterode im Harz, die Unzufriedenheit über die mäßigen Leistungen beim Blut-Tracking (Fährtensuchen) seiner Dackel. Da Wilhelms Vater Schweißhunde züchtet, entschließt sich der Jäger zur Einkreuzung kleinerer, kurzläufiger Exemplare aus den heimischen Würfen. Das Ergebnis sind rote Dachshunde mit charakteristischer schwarze Maske und dunkler Haarlinie entlang der Wirbelsäule. Der Name Dachshund beruht auf den Einsatz am Wasser, wo der Dackel dank seines Körperbaus in Dachsbauten einzudringen vermag oder aufgescheuchte Beute im Wasser stellt. Bei der Bodenjagd über und unter der Erde wird er auf Füchse oder Kaninchen angesetzt. Von Daackes verbesserte Teckel erfahren weltweit große Nachfrage bei anderen Jägern und Züchtern, die die Rasse als liebenswerte Begleithunde entdecken. Daneben bringt die Einzüchtung anderer Blutlinien aus dem eigenen Zwinger insgesamt neun weitere Varietäten in drei Größen mit drei Fellarten hervor, sodass von Daacke als der wichtigste Begründer der Rasse angesehen wird. Im Jahre 1879 erscheint die erste Rassebeschreibung in deutscher Sprache, wobei allmählich das Aussehen der Dackel genau so wichtig wie deren jagdliche Fähigkeit wird. Major Emil Ilgner und Graf Klaus Hahn gründen 1888 den DTK (Deutscher Teckelklub). Bis zu den 1960er Jahren steigt die Nachfrage enorm an, der Dackel wird zur Lieblingsrasse allerorts. Aktuell ist das Interesse in Deutschland zurückgegangen, in Japan hingegen ist die Nachfrage enorm hoch, sodass momentan dort die meisten Dackel geboren werden. Insgesamt gesehen sind Dachshunde nach dem Deutschen Schäferhund die zweitpopulärste Rasse weltweit.

Körperbau und Haarkleid

Neben den drei unterschiedlichen Haarkleidern sind Kurzhaardackel, Rauhaardackel und Langhaardackel in drei Gewichtsklassen kategorisiert. Die Größe wird nicht wie üblich anhand der Widerristhöhe, sondern am Brustumfang im Lebensalter von mindestens 15 Monaten bestimmt. Beim Jagdeinsatz zeigen alle Dackeltypen gleich gute Leistungen.

Kaninchenteckel: bis 3,5 kg, Brustumfang max. 30 cm
Zwergteckel: bis 4 kg, Brustumfang über 30 cm – 35 cm
Normalteckel: 6,5 kg – 9 kg, Brustumfang über 35 cm

Der Kurzhaardackel

Bereits 1890 zählt das erste Zuchtbuch 54 schwarzrote Kurzhaar Teckel, die als Grundlage der gesamten Rasse inklusive Rauhaar und Langhaar gesehen werden. Sein Haarkleid ist fest, anliegend und glänzend. Der schwarzrote Kurzhaarteckel ist die Urform, das Einkreuzen roter Haidbracken brachte den reinroten Kurzhaardackel hervor. Daneben gibt es die reinen Farbschläge gelb und rotgelb. Alle einfarbigen Haarkleider dürfen schwarze Stichelung aufweisen. Zweifarbige Kurzhaardackel haben eine braune oder tiefschwarze Grundfarbe mit gelben oder rostbraunen Abzeichen. Weiße Flecken und zu betonter „Brand“ sind unerwünscht. Beim getigerten Kurzhaarteckel sollte die Grundfarbe gelb oder rot sein mit dunkler Stromung. Gefleckte Zeichnung tritt in unregelmäßigen kleineren, beigen oder grauen Flecken auf. Plattenbildung ist unerwünscht, ansonsten soll die Farbverteilung ausgewogen sein.

Der Langhaardackel

Die Geschichte der Langhaarteckel beginnt im 17. Jahrhundert am Hof Johan Georg II. Prinz zu Anhalt und Dessau. Der Züchter Leopold Wöpke verwirklichte den Wunsch des Prinzen nach Dackeln mit besonders schönem Fell, indem er kleine Spaniel einkreuzt. Ende des 18. Jahrhunderts ist der neue Schlag ausgereift, doch die Wöpke-Rasse verschwindet nach knapp hundert Jahren wieder. Erst der bayerische Züchter Joseph Rangger setzt die Verfeinerung der Langhaardackel fort: Der gedrungene Körperbau erhält gefällige, ausgewogene Proportionen. Die Rangger-Rasse wurde als erste ihrer Art im Züchterverein aufgenommen. Die ersten Kennel führen der Freiherr von Cramm sowie Bünau in Bernburg. Vom Ende der 1930er Jahre steht die Langhaarvariante an erster Stelle der Beliebtheitsskala, da er mehr Folgsamkeit und Gelehrigkeit als seine Brüder zeigt. Ab den 1970er Jahren bis heute hat der Rauhaardackel den Spitzenplatz erobert.
Die Behaarung des Langhaardackels bildet am Körper anliegendes, seidiges Deckhaar, dass mit Unterwolle versehen ist. An der Vorderbrust sowie an der Körperunterseite ist das Haar sichtbar länger ausgebildet. Die Ohren und die Hinterseite der Rückläufe sind befedert. Das Haar mit der größten Länge befindet sich an der Unterseite der Rute, wo es eine sogenannte Fahne bildet. Die erlaubten Fellfarben des Langhaarteckels sind identisch mit denen des Kurzhaarteckels.

Der Rauhaardackel

Aus der Kreuzung des Kurzhaardackels mit verschiedenen Terrier – und Schnauzerrassen entsteht der Rauhaardackel. Bis das Ergebnis zufriedenstellend ausfällt, dauert es geraume Zeit. Beispielsweise hinterlässt der Dandie-Dinmond-Terrier Fehlstellungen der Läufe und weiches, langes Haar mit lockigem Schopf, so wie man es öfters noch bei Rauhaardackeln sieht. Das Erbe des Schnauzers fällt mit verstärkter Raubwildschärfe positiv aus. Aufgrund der großen Nachfrage widmen sich immer mehr Züchter dem Rauhaardackel und verleihen ihm das heutige Aussehen mit ausgewogen proportioniertem Gebäude und dem charakteristischen Fell. Es ist drahtiges, gleichmäßig anliegendes Deckhaar mit Unterwolle, die nur an den kürzer behaarten Ohren und dem Fang fehlt. Den Fang ziert ein ausgeprägter Bart und buschige Augenbrauen unterstreichen die ausdrucksstarke Mimik. Damit der Rauhaardackel gepflegt aussieht, muss er regelmäßig getrimmt werden.

Der Charakter des Dackels

Seine jahrhundertelange Verwendung als Jagdhund ist fest im Wesen des Dackels verwurzelt. Auch der beliebteste Haushund unserer Zeit besitzt eine große Portion Selbstbewusstsein, er ist mutig und neigt manchmal zu eigenständigem Tun. Das ist keine Sturheit, wie manche Halter vermuten, sondern diese Eigenschaften haben dem Dackel früher das Überleben gesichert. Dank seines Körperbaus konnte er leicht in unterirdische Dachsbaue eindringen und gefährliche Beute stellen, die größer war als er selbst. Weitere Relikte der jagdlichen Verwendung sind seine Ausdauer und die Vorliebe, das Erdreich umzupflügen. Gartenbesitzer brauchen nicht um Blumenbeete und Gemüsepflanzungen zu bangen, wenn der Dackel eine eigene Ecke bekommt, wo er seiner Passion nachgehen kann, ohne Schaden anzurichten – nicht umsonst nennt man diese umtriebige Rasse „Erdferkel„. Sein Talent als Familienclown ist ebenfalls sehr bekannt. Er setzt dabei seinen typischen Dackelblick auf und heckt allerlei Späße aus. Nicht so lustig ist es, wenn der Gute bei Spaziergängen plötzlich nicht mehr hört und pfeilschnell im Unterholz verschwindet, um einer Fährte nachzugehen. Seine Begeisterung zeigt er dabei mit aufgeregtem Kläffen, damit der Halter zumindest weiß, wo sich sein Hund gerade befindet. Um im Haus oder einer Wohnung sein temperamentvolles Bellen zu unterbinden, ist von früh an konsequente Erziehung mit sanfter Strenge notwendig. Die Grundbegriffe kann der Dackel in der Hundeschule lernen, wo er später auch die Begleithundeprüfung absolvieren kann. Die wachsamen und intelligenten Dachshunde möchten sinnvoll und abwechslungsreich beschäftigt werden. So sind sie den Kindern dankbare Spielpartner und auch Hundesport macht ihnen Spaß. Einzig beim Agility sollte man Teckel nicht überfordern, um den Rücken zu schonen: Besser geeignet ist beispielsweise Obedience. Sprichwörtlich sind sein besitzergreifendes Wesen und die Eifersucht. Der Dackel ist ein umgänglicher Hausgenosse und er begreift schnell, was man von ihm erwartet, doch er hat seine Lieblinge und zeigt seine Abneigung gegenüber bestimmten Personen oder anderen Hunden genau so.

Die Gesundheit

Bedingt durch die kurzen Läufe und die im Verhältnis dazu lange Wirbelsäule, neigen Dackel zu Bandscheibenvorfall, der Dackellähme. Es ist anzuraten, älteren Hunden das Treppensteigen zu ersparen und sie möglichst zu tragen. Das Gleiche gilt für stark stauchende Sprünge vom Sofa oder beim Ein- und Aussteigen des Autos. Vorbeugend sollten Halter für reichlich Bewegung sorgen, um einerseits die Rückenmuskulatur zu stärken und andererseits Übergewicht vorzubeugen. Der Energiebedarf ist beim Kaninchenteckel mit 100 g, beim Zwergdackel mit 120 g – 140 g und beim Standarddackel mit 270 g – 300 g Alleinfutter gedeckt. Das Dackelgebiss neigt zu Zahnsteinbildung, die oft schon ab dem ersten Lebensjahr regelmäßig entfernt werden muss. Tipp: Die Futteraufnahme erleichtert ein spezieller Langohrnapf.

Der Dackel im Überblick

  • Herkunft: Deutschland
  • FCI Standard Nr. 148, Klassifikation Gruppe 4, Sektion 1: Dachshunde
  • Alternative Namen: Teckel, Dachshund
  • Varietäten: Dachshund, Zwergdachshund, Kaninchendachshund
  • Widerristhöhe: 17 cm – 25 cm, das Verhältnis zur Körperlänge soll 1 : 1,7 bis 1 : 1,8 betragen
  • Brustumfang: 30 cm – 35 cm je nach Varietät
  • Gewicht: 3,5 kg – 9 kg je nach Varietät
  • Haarkleid: Kurzhaar, Langhaar, Rauhaar
  • Fellfarbe: einfarbig rot, schwarzrot, gestromt, zweifarbig, gefleckt
  • Augen: schwarzbraun, dunkelrotbraun, mittelgroß, ovale Form
  • Nase: schwarz, dunkelbraun. Unerwünscht ist ein rotbrauner Nasenschwamm
  • Ohren: abgerundet, hängend, beweglich
  • Körperbau: langgezogen, muskulös, niedrig
  • Einsatz: Jagdhund, Begleithund
  • Charakter: fröhlich, aktiv, ausdauernd, eigensinnig
  • Gesundheitsrisiken: Rheumatische Erkrankungen, Bandscheibenprobleme, Zahnstein, Übergewicht
  • Lebenserwartung: 12 – 17 Jahre

Bild: © Depositphotos.com / Garosha

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