Labrador

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Der Labrador ist mit seinem ausgeglichenen, freundlichen Wesen ein idealer Familienhund und ein zuverlässigen Partner bei allerlei Einsätzen und Arbeiten.

Die Herkunft des Labradors

Die Rasse hat ihren Namen nach ihrem Ursprungsgebiet, der Halbinsel Labrador an der Ostküste Kanadas, erhalten. Dem gleichen Gebiet entstammen auch Landseer-Hunde und Neufundländer, die seit 1814 eindeutig vom „wahren Labrador“ unterschieden wurden. Da zur damaligen Zeit Kanada britische Kronkolonie war, nahmen britische Landsleute die ersten Vorfahren der späteren Labradore auf die Insel, wo man im Laufe des 19. Jahrhunderts mit der Zucht begann.

Ein intelligenter Servicehund

Um 1870 kam die Bezeichnung Labrador Retriever auf, da dieser Hund mit seinem feinen Geruchssinn und der weichen Schnauze besonders geeignet war, bei der Jagd das erlegte Wild unversehrt zu apportieren. Mit seiner Vorliebe für Wasser holte der intelligente Jagdhelfer gern geschossene Enten zu seinem Herrn oder arbeitete bei Fischern, um die Netze oder abgetriebene Fische einzuholen. Das englische Verb to retrieve bedeutet „zurückbringen, bergen“ und ähnlich im Französichen retrouver „wiederfinden“. So leisten Labradore nach abgelegtem Arbeitszeugnis der menschlichen Gesellschaft wertvolle Dienste als Begleithund für Behinderte, Drogenspürhund, Suchhund in Katastrophengebieten oder als Therapiehund. Dazu fördert er in Millionen Familien die häusliche Harmonie.

Stammväter und Rassestandards

Als Ur-Vater aller Labradore gilt der Überlieferung nach “ Avon“, geboren 1885. Seine schwarze Fellfarbe war alleiniger Zuchtstandard, bis 1899 der erste gelbe Labrador „Ben of Hyde“ in einer anderen Zucht geboren und aufgrund rezessiver Vererbung der Fellfarbe ebenfalls anerkannt wurde: Die genetischen Anlagen für schwarzes Fell überlagern die gelben und braunen, die jedoch unter bestimmten Voraussetzungen hervortreten. Am 7.7.1903 kategorisierte der Kennel Club den Labrador als eigenständige Rasse, wobei die weitere Entwicklung zwei Typen mit unterschiedlichem Körperbau hervorbrachte. Die sogenannte Arbeitslinie ist wendig und schlank, die Showlinie zeichnet eine eher kompakte Statur aus. Und schließlich wurde 1964 „Cookridge Tango“ als erster brauner Labrador offiziell als Rassestandard anerkannt.

Körperbau und Haarkleid

Der Kopf ist gut modelliert, relativ breit und besitzt einen deutlich ausgeprägten Stopp. Die hängenden, dicht anliegenden Ohren sitzen hoch und weit hinten. Der Körper ist muskulös, stark gebaut und besitzt einen voluminösen Brustkorb, an den sich eine kurze, kräftige Lendenpartie anschließt. Typisches Merkmal aller Labradore ist die lange, dicht behaarte Otterrute, die aufgrund ihrer spitz zulaufenden Form so heißt. Sie kann fröhlich getragen werden, sollte sich jedoch nicht nach vorn über den Rücken biegen. Das Fell aus kurzen, harten Haaren besitzt eine dichte, wetterfeste Unterwolle. Das Haarkleid sollte keine Befederung aufweisen und nicht wellig sein.

Das Wesen

Labradore zeigen im Normalfall weder Scheu oder Aggression gegenüber Menschen und anderen Hunden, vorausgesetzt sie sind sozialisiert. Körperliche und geistige Beschäftigung ist sehr wichtig, sonst können sie bei Unterforderung unerwünschte Angewohnheiten entwickeln. Die gutmütigen Hunde gehören heute zu den beliebtesten Familienhunden, vielleicht rührt ihr ruhiges und geduldiges Wesen von ihrer Affinität zur Jagd her. Der angeborene Jagdtrieb sollte mit Dummytraining, Agility und ausgiebigen Spaziergängen, möglichst am Wasser, ausgelebt werden.

Die Gesundheit

Bei Labradoren besteht aufgrund der Größe und des Gewichts die Gefahr schmerzhafter Veränderungen der Hüftknochen (HD) und der Ellbogen (ED). Ob und wie stark die Skeletterkrankungen im Alter auftreten, liegt in genetischer Vorbelastung sowie falscher Ernährung. Daneben können die Augen durch Vererbung von Katarakt (HC) und dem Absterben der Netzhaut (PRA) betroffen sein. Besonders Labradore sind von Harnleiterektopie betroffen. Bei dieser ebenfalls angeborenen Krankheit handelt es sich um eine Fehlbildung der Harnleiter, die Inkontinenz und aufsteigende bakterielle Infektionen verursacht. Bei Labradorhunden mit Abstammungsnachweis oder Welpen aus verantwortungsbewussten Zuchten werden diese typischen Erkrankungen allerdings kaum auftreten. Gesunde Tiere werden rund 10 Jahre alt; diese Lebensspanne liegt weit höher als bei anderen Rassen gleicher Größe und gleichen Gewichts.

Der Labrador im Überblick

  • Herkunft: Kanada / Großbritannien
  • FCI Rasse-Standard 122, Gruppe 8, Sektion 1: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
  • Größe: mittelgroß
  • Widerristhöhe: Rüde 56 – 62 cm, Hündin 54 – 60 cm
  • Gewicht Rüde: 27 – 40 kg, Hündin: 27 – 35 kg
  • Fellfarbe: hellcreme bis fuchsrot, einfarbig leber/schokoladenbraun, gelb, schwarz
  • Einsatz: Blindenhund, Jagdhund, Drogenspürhund, Rettungshund, Therapiehund
  • Charakter: ruhig, geduldig, familienfreundlich
  • Gesundheitsrisiken: Arthritis an Hüftgelenken (HD) und Ellbogen (ED), Katarakt (HC)
  • Lebenserwartung: ca. 10 Jahre

Bild: © Depositphotos.com / CaptureLight

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