Zahnpflege beim Hund – Hunde-Freunde.com

Zahnpflege

Auch Hunde können schlechte Zähne bekommen. Mit regelmäßigem Zähneputzen und artgerechter Ernährung kann der Hundehalter vom Welpenalter an viel zur Gesundheit seines Vierbeiners beitragen. Die Milchzähne erscheinen ungefähr ab dem 3. Lebensmonat. Das ist ein guter Zeitpunkt, um den Hund an das Zähneputzen heranzuführen. Die Milchzähne fallen zwar aus, doch die frühe Gewöhnung an die Zahnbürste ist der eigentliche Zweck.

Wie entstehen Zahnschäden beim Hund?

In den Zahnzwischenräumen sammeln sich Reste von weichem Dosenfutter oder maulgerechten, oft gezuckerten Leckerlis. Das ist der ideale Nährboden für Bakterien. Ohne Zahnpflege beginnt im Alter von zwei bis fünf Jahren die Bildung erster Zahnbeläge. Zeigen sich bereits hellbraune Verfärbungen am oberen Rand der Zähne, bei üblem Mundgeruch oder verändertem Kau- und Fressverhalten wird es allerhöchste Zeit, zu Hause mit der Zahnpflege zu beginnen. Auch Zahnfleischbluten sollte unbedingt Beachtung geschenkt werden. Mit der Zeit verhärten im Speichel enthaltene Salze die Ablagerungen zu Zahnstein. Diese verursachen nicht nur zu Schmerzen und Zahnausfall, sondern Bakterien verbreiten sich vom Infektionsherd aus im ganzen Körper und verursachen ernste Erkrankungen wie Schäden am Herzen, der Schilddrüse, Leber und Nieren oder Eiteransammlungen am Auge. Viele Hundesalons bieten Zahnreinigung mit Handgeräten oder mit Ultraschall an. Macht der Hund die Behandlung nicht gut mit, muss er zum Tierarzt, wo er eine Narkose bekommt. Dieser Eingriff stellt jedoch besonders für kranke und ältere Tiere ein gesundheitliches Risiko dar. Gebarfte Hunde und solche, die ihr Futter mit den Zähnen ausreichend erarbeiten müssen, sind daher eindeutig seltener mit Zahnproblemen in Behandlung.

Große und kleine Rassen

Die Zähne großer Hunde stehen im Kiefer weiter auseinander, so wie man es von den Raubtiergebissen der Wölfe, Schakale usw. kennt. Nahrungsreste setzen sich hier kaum fest. Ein weiteres Erbe der Vorfahren ist die Ausdauer beim Laufen, wobei Zunge und Lefzen bei der Bewegung für eine mechanische Reinigung der Zahnoberflächen sorgen. So gesehen ist ein großer Hund von der Natur aus mit einem pflegeleichtem Fang ausgerüstet und es kommt seltener zu Zahnerkrankungen. Es kann jedoch immer vorkommen, dass ein Zahn abbricht. In diesem Falle sollte ein Behandlungstermin vereinbart werden.
Bei kleinen Rassen bis fünf Kilo Gewicht haben die Zähne kaum genügend Platz, um gerade in der Reihe zu wachsen. Die zu kleinen Kiefer sind meist das Resultat fragwürdiger Zucht- und Rassestandards, doch das Gebiss bleibt allerdings in seiner ursprünglichen Größe bestehen. Das heißt, die Zähne sind im Verhältnis zu groß, was zu Fehlstellungen führt. In den so entstandenen Zahnnischen bleiben Futterreste besonders gut hängen und verursachen Zahnprobleme. Dazu kommt noch die Neigung der Halter, ihre kleinen Lieblinge mit allerlei ungesunden Leckerbissen zu verwöhnen. Das ausreichende Abreiben durch Zunge und Lefzen beim Traben unterbleibt ebenso, weil Zwergrassen oftmals nicht das ausgedehnte Freilaufpensum wie die großen Kollegen absolvieren und sich an der Leine dem Tempo der Halter anpassen müssen.

Zahnbelag vorbeugen

Nach der Mahlzeit kann man Zahnpflegespielzeuge geben, womit sich der Hund gleichzeitig beschäftigen kann. Beim Knabbern radieren Noppen und Zacken oberflächliche Zahnbeläge weg. Ein relativ neues Naturprodukt zur Zahnreinigung sind Kauwurzeln aus tropischem Holz, daneben bringen Zerrspiele mit gedrehten Baumwollkordeln Hund und Halter viel Spaß. Mehr Geschmack bieten rohe Röhrenknochen mit knorpeligen Gelenken und Kauartikel aus getrockneter Rinderhaut. Achtung, getrocknete Pansen, Lunge, Schweineohr oder Ziemer sind sehr kalorienhaltig. Bei Übergewicht oder für Allergiker sind fettarme Produkte von Rind, Strauß, Lamm oder Pferd die bessere Wahl. Welpen erhalten gedrehte Blasensticks, die gleichzeitig den Zahnwechsel erleichtern. Bis der Kauartikel verzehrt ist, sollte der Halter in der Nähe bleiben und darauf achten, dass sich der Hund nicht verschluckt, besonders spitze Ecken der beliebten harten Kauhufe könnten innerliche Verletzungen verursachen. Zur mechanischen Zahnreinigung bewährt haben sich ebenso faserstoffreiche Kekse, Trockenfutter mit besonderen Bruchkanten oder ein Stück frische Karotte. Nie gegeben werden sollten gekochte Geflügel- oder Schweinsknochen, da diese spröde sind und splittern.

Zähneputzen beim Hund – so geht´s

Im Pet-Shop oder Supermarkt wählt man eine Hundezahnbürste aus, die zur Größe des Tieres passt. Es gibt Bürsten, die auf den Finger gesteckt werden und Stielbürsten mit verschieden geformten Köpfen. Es kann durchaus auch eine elektrische Zahnbürste benutzt werden! Zum Putzen sollten nur spezielle Tierzahncremes verwendet werden, da immer ein Teil abgeleckt wird. Verschluckte Menschenzahncreme verursacht Bauchschmerzen und Hunde akzeptieren das starke Pfefferminzaroma nicht. Hundezahncreme gibt es beispielsweise in den Geschmacksrichtungen Leber, Huhn, Rind oder Kräuter. Bei sehr kleinen Welpen kann man die Zahnpflege anfangs auch mit einem um den Finger gewickelten Baumwollstoff beginnen.

  • Das Zähneputzen gelingt am besten in einem entspannten Umfeld. Kleine Hunde setzt oder legt man am besten auf den Schoß oder sie werden wie beim Hundefriseur auf den Tisch gestellt.
  • Etwas Zahncreme wird tief in die Borsten hereingedrückt und dem Hund erst einmal vor den Fang gehalten, um das Handwerkszeug kennenzulernen. Danach beginnt man fürs Erste mit ein oder zwei Strichen über die seitlichen Zähne. Die Hand greift von oben über den Nasenrücken und hebt die Lefzen etwas an. So werden bei jedem Putzen schrittweise immer mehr Zähne gebürstet, bis hin zu den Schneidezähnen.
  • Anfangs reicht es, die Außenseiten der Zähne zu bürsten. Bei Gewöhnung wird mit der Hand vorsichtig die Maulhöhle geöffnet, um alle Seiten zu reinigen. Mithilfe einer zweiten Person, die den Hund festhält, geht es bei nervösen Tieren besser voran.
  • Am besten lässt man sich die Handgriffe im Hundesalon oder beim Veterinär einmal zeigen oder schaut sich Lehrvideos im Internet an. Die Putztechnik ist die gleiche wie bei uns Menschen, von Rot nach Weiß. Der Zahnfleischrand wird mit den Borsten massiert und die Kauflächen in kreisenden Bewegungen gereinigt. Und nicht vergessen: Nach jedem Putzgang freut sich der Hund über eine Belohnung!

Mit der Zeit wird so die tägliche Reinigung der Zähne zum festen Teil der täglichen Routine. Ein guter Zeitpunkt ist am Abend nach der Fütterung, vielleicht verbindet man das Putzen noch mit entspannender Fellpflege. Die Gesundheit und das Wohlergehen des Hundes liegt letztendlich in den Händen des Halters, der mit einigen Handgriffen schmerzhaften Entzündungen und vorzeitigem Zahnausfall vorsorgt.

Bild: © Depositphotos.com / wckiw

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