Einen Senior-Hund adoptieren

Einen Senior-Hund adoptieren – Hunde-Freunde.com

Der erste Gedanke, einen Hund anzuschaffen, richtet sich meist auf kleine, knuddelige Welpen. Doch wie wäre es, sich für einen Senior zu entscheiden?

Wer einen älteren Hund aufnehmen möchte, steht vor einer ganz anderen Situation als bei der Entscheidung für einen Welpen. Gibt es bereits einen Kandidaten, ist es wichtig, seine Vorgeschichte zu erfahren. Warum wurde der Hund abgegeben, war sein bisheriges Leben glücklich oder nicht, welche Eigenheiten hat er? Das Tierheim führt eine Datei und der im Hundepass eingetragene Veterinär kennt das Tier persönlich, vielleicht kann sogar ein Gespräch mit den Vorbesitzern arrangiert werden. Jede Info ist nützlich und erleichtert das spätere Zusammenleben: Ein junger Hund verkraftet eine Rückgabe wahrscheinlich, aber einen alten Hund kann eine fehlgeschlagene Vermittlung komplett demoralisieren. Wenn jedoch alles klappt, genießen beide Seiten eine glückliche Zeit und eine Menge Vorteile:

1. Ältere Hunde sind stubenrein

Einen stubenreinen Hund anzunehmen, bringt viele Vorteile mit sich. Es ist eine sehr zeitaufwendige Aufgabe, mit einem Welpen die Gassizeiten schrittweise zu trainieren. Bei einem älteren Tier entfällt die Anschaffung einer Welpentoilette samt Einlagen, der Zeitrhythmus für Spaziergänge von höchstens vier Stunden verlängert sich merklich und es werden wohl kaum morgens um fünf Uhr Missgeschicke auf dem Teppich passieren.

2. Die Persönlichkeit ist ausgereift

Ob es bei der Adoption um einen ausgewachsenen Familienhund oder um einen kleinen Welpen geht, die Halter möchten natürlich wissen, wie der neue Hausgenosse mit den Kindern auskommt. Die Annahme eines älteren Hund vermittelt dahin gehend einen souveränen Eindruck, denn sein Wesen ist bereits gefestigt. Man sieht auch an seinem allgemeinen Sozialverhalten, ob er andere Hunde mag oder ob er irgendwelche Verhaltensauffälligkeiten wie die Bewachung seines Futters oder Spielzeugen zeigt. Der Charakter von Welpen oder jungen Hunden ist schwerer einzuschätzen, da die heimische Erziehung, gute Sozialisierung und andere Erfahrungen aller Art noch ausstehen.

3. Er weis, was „Nein“ bedeutet

Wenn ein junger Hund ins Haus kommt, ist der Halter die erste Person, die versucht, ihm Erziehung zu vermitteln. Für Anfänger auf diesem Gebiet kann das zu einer echten Herausforderung werden, Geduld und Nachsicht sind angesagt. Ein erwachsenes Tier kennt zumindest das „Nein“ und vielleicht auch einige andere Grundkommandos wie „Komm“, „Sitz“ oder „Platz“.

4. Ein Senior ist ideal für Hundeanfänger

Die Annahme eines älteren Hundes ist besonders für Anfänger ein guter Weg, von Anfang an die Vorteile der Hundehaltung zu erleben. Aufgaben, die langwierig vorangehen und auch nicht so viel Spaß machen, minimieren sich dabei von selbst. Abgesehen von täglichen Routinen geht es beispielsweise um wildes Anspringen des Besuchs oder das Zerkauen von Schuhen während des Zahnwechsels. Ein erwachsener Hund ist im Wesentlichen vom ersten Tag in seinem neuen Zuhause an „gebrauchsfertig“.

5. Das ruhige Leben

Man kann nicht sagen, dass ältere Hunde keine Bewegung und keine Spielzeit brauchen, aber wie die meisten menschlichen Senioren halten auch ältere Hunde ihre ausgedehnten Ruhezeiten. Sie genießen das gemeinsame Kuscheln auf der Couch und sie brauchen nicht wie die Jüngeren rund um die Uhr Action, um angesammelte Energie auszupowern. Sie werden ihrem Menschen nicht andauernd am Bein hängen, damit er einen Ball wirft oder das Quitschi versteckt, wenn er zu Hause seiner Arbeit nachgehen möchte. Alte Hunde sind mit einem Nickerchen in einem schönen Schlafplatz zufrieden oder wenn sie im Warmen sitzen und aus dem Fenster schauen können. Sie legen sich auch gern an die Seite ihres Halters, während dieser sich bei seiner Tasse Tee in ein gutes Buch vertieft.

6. My home is my castle

Ein junger Hund braucht viel Aufsicht, ein älterer hingegen bringt den Luxus mit sich, nicht bei jedem Geräusch aufzuspringen und nachzusehen, was da wieder los ist. Er wird wahrscheinlich kaum Unsinn anstellen, doch wenn er fortlaufend Gegenstande zerkaut, kann das eine Übersprungshandlung sein, um aufkommende Ängste abzubauen. Ein älterer Hund wird wahrscheinlich nicht das Haus zerstören, wenn er eine Weile unbeaufsichtigt ist, weil er bereits in einem Heim gelebt hat.

7. Gewöhnung an das häusliche Leben

In einigen Tierheimen gibt es besondere Räume, um die Schützlinge an die Einrichtung eines Hauses zu gewöhnen. Wenn ältere Hunde in ein Tierheim kommen, haben sie in der Regel den größten Teil ihres Lebens in einem Heim verbracht. Geklapper aus der Küche oder wenn das Fernsehgerät läuft, der Schleudergang der Waschmaschine, der Staubsauger oder Türenknallen – mit all dem sind ältere Hunde vertraut. Bei dieser Gelassenheit ist es viel unwahrscheinlicher, dass ein älterer Hund ein Sofa als sein Kauspielzeug ansieht oder den Teppich zerlegt.

8. Sie sind es gewohnt, an der Leine zu gehen

Gute Manieren an der Leine ist mitunter das Wichtigste für viele Hundebesitzer. Die jüngeren Vierbeiner sind oft dickköpfiger, energischer und angespannter bei all den interessanten Dingen, die es draußen zu entdecken gibt. Für Hundehalter, die einen schönen ruhigen Abendspaziergang schätzen, entspricht ein älteres Tier als Begleitung den eigenen Anforderungen bedeutend besser.

9. Die eigene Lebensplanung

Wenn berufstätige Menschen nicht sicher sind, wo sie in fünf Jahren sein werden, oder wenn sie selbst in die goldenen Jahre gekommen sind, ist die Adoption eines älteren Hundes eine gute Option. Die Lebenserwartung eines jungen, gesunden Hund liegt durchschnittlich bei 10-15 Jahren. Es ist eine schöne Sache, einem Hundesenior, der aus seiner gewohnten Welt herausgerissen wurde, eine neue Heimat zu bieten. Daher sollten Interessenten genau überlegen, ob ein genügender Zeitraum für das Tier da sein wird und ob er seinen letzten Lebensabschnitt in einem passenden Umfeld verbringen kann. Die erste gemeinsame Zeit ist prägend, dazu braucht der Senior eine Weile, um Vertrauen aufzubauen. Er wird sich bei einem älteren Ehepaar wahrscheinlich wohler fühlen als im täglichen Trubel bei einer Familie mit lärmender Kinderschar.

10. Ein Leben bewahren

Die Entscheidung, einen älteren Hund anzunehmen, ist für diesen eine lebensrettende Wahl. Aber niemand sollte ein Tier aus Mitleid übernehmen, sondern ihn nach Hause holen, weil sie einfach gute und dankbare Begleiter sind. Bei älteren Hunden kommt es häufig aufgrund weitreichender Veränderungen im Leben seiner Besitzer zur Abgabe und das Tierheim ist sehr oft die Endstation eines langen Hundelebens. Die Krankheit des Besitzers, die Geburt eines Kindes, ein unvorhergesehener Umzug oder eine veränderte finanzielle Situation: Die Gründe sind vielfältig. Ältere Hunde in Notunterkünften sind gute Hunde, für die es nirgendwo sonst einen Platz gibt. Die Wahl eines Seniorhundes beschert ihm die zweite Chance im Leben.

11. Was ist sonst noch zu überlegen?

Ältere Hunde benötigen irgendwann die Unterstützung ihres Menschen, wenn die körperliche Verfassung es erfordert. So sollten zukünftige Hundehalter vorher die eigene Wohnsituation bedenken. Wie wird es sein, wenn eine große Rasse es nicht mehr allein schafft, die Treppen zu steigen. Gassirunden sind vielleicht öfters fällig, daher sollte unbedingt genug Zeit fürs Tier zur Verfügung stehen. Um ins Auto einzusteigen, muss eventuell eine Rampe angeschafft werden und bei schmerzhaften Gelenkbeschwerden bringt ein orthopädisches Hundebett Erleichterung. Tierarztbesuche wegen Krankheit, Spezialfutter oder Zahnstein entfernen sollten ebenfalls einkalkuliert werden. Wie auch bei jungen Hunden fällt Hundesteuer an. Eine Tierkrankenversicherung ist sinnvoll, jedoch verschärfen die Anbieter bei der Anmeldung älterer Tiere meist die Auflagen.

Bild: © Depositphotos.com / Hannamariah

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